Was Sie schon immer zum Thema Kinderernährung wissen wollten

Braucht mein Kind spezielle Kinderlebensmittel?
Nein. Viele Lebensmittel werden zwar speziell für Kinder beworben, sie sind besonders klein portioniert oder bunt gestaltet. Oft ist auch ein Spielzeug beigepackt. Aus ernährungsphysiologischer Sicht gibt es aber keine Notwendigkeit für diese „Kinderlebensmittel“, da sie keine Vorteile gegenüber herkömmlichen Produkten bieten. Oftmals sind sie sehr süß und fettreich.

Mein Kind isst so gerne Fast Food…
Das Angebot an Fast Food reicht von Pommes frites über Hamburger bis zu Döner Kebap. Leider enthalten viele dieser Produkte viel Fett und/oder Zucker und wenig Nährstoffe. Wenn Ihr Kind Fast Food liebt, sollten Sie Pommes & Co. ab und zu erlauben. Allerdings sollte es dann zuhause zum Ausgleich möglichst einen Salat oder ein Müsli geben. Oder der „einfache Burger“ wird schon im Restaurant durch einen Salat „aufgepeppt“.

Zucker oder Honig?
Auch wenn Honig ein natürliches Produkt ist, besteht er zum größten Teil aus Zucker und liefert keine Vitamine oder Mineralstoffe. Deshalb sollte auch Honig nur in Maßen verwendet werden. Da Honig durch seine klebrige Konsistenz stark an den Zähnen haftet, ist es wichtig, nach dem Essen die Zähne gründlich zu putzen!

Mein Kind mag kein Gemüse …
Kinder mögen oft kein bitteres und/oder kein gekochtes Gemüse. Viele Kinder essen aber gerne Rohkost. Gemüse kann auch mal „versteckt“ angeboten werden: Eine Tomatensoße wird mit etwas geraspeltem Gemüse, beispielsweise mit Zucchini oder Möhren, aufgepeppt. Und vergessen Sie nicht: Geschmack und Vorlieben von Kindern ändern sich von Zeit zu Zeit. Bieten Sie deshalb Gemüse immer wieder an und essen Sie vor allem selbst davon!

Mein Kind isst kein Fleisch…
Wenn Ihr Kind kein Fleisch mag, besteht kein Grund zur Sorge. Bieten Sie Ihrem Kind ausreichend fettarme Milch und Milchprodukte und eisenreiches Getreide wie zum Beispiel Haferflocken an. Auch Erbsen, Bohnen und Beerenobst enthalten viel Eisen. So können Sie eine gute Eisenversorgung
für Ihr Kind garantieren. Wenn es dazu noch ein Glas Orangensaft gibt, umso besser. Denn Vitamin
C verstärkt die Eisenaufnahme.

Mein Kind trinkt keine Milch…
Milch ist ein wichtiger Lieferant für Eiweiß und Calcium. Wenn Ihr Kind keine Milch mag, können Sie es vielleicht mit Joghurt, Pudding, Quarkauflauf oder leicht gesüßtem Kakao überzeugen. Auch selbst pürierte Milchmixgetränke mit frischem oder tiefgekühltem Obst kommen bei den meisten Kindern gut an. Wenn Ihr Kind regelmäßig Käse – vor allem Schnittkäse, Joghurt oder Quark – isst, wird es ausreichend mit Eiweiß und Calcium versorgt.

Mein Kind isst immer zwischendurch…
Kinder sollten sich ebenso wie Erwachsene an feste Mahlzeiten gewöhnen. Wenn täglich fünf Mahlzeiten angeboten werden, brauchen Kinder keine weiteren Zwischenmahlzeiten. Vermitteln Sie dem Kind, dass gemeinsam am Tisch gegessen wird, und seien Sie ein gutes Vorbild! Wenn Sie selbst zwischendurch naschen, wird es schwierig, Ihr Kind davon abzubringen. Feste Mahlzeiten geben dem Tag Struktur, die vor allem jüngeren Kindern Orientierung und Sicherheit bietet.

Braucht mein Kind spezielle Nahrungsergänzungsmittel?
Bei einer ausgewogenen Ernährung brauchen gesunde Kinder und Jugendliche keine spezielle Nahrungsergänzung. Eine Ausnahme ist Jod, denn Jodmangel kann bereits bei Kindern zu einer vergrößerten Schilddrüse führen. Daher sollten sie ebenso wie Erwachsene nach Möglichkeit einmal in der Woche Seefisch essen. Zum Salzen sollte Jodsalz mit Fluorid verwendet werden.

Brauchen Kinder Bioprodukte?
Auch hier gilt, dass die Ernährung insgesamt ausgewogen sein sollte. Der Nährwert zwischen Bio-Produkten und konventionell erzeugten Produkten unterscheidet sich nicht wesentlich. Generell gilt: Wer Bioprodukte kauft, unterstützt eine landwirtschaftliche Produktion im Einklang mit der Natur. Der ökologische Landbau liefert Produkte, bei deren Herstellung Umwelt und Natur besonders geschont und Tiere artgerecht gehalten werden.

Quellenangabe: Auszug aus der Broschüre „Familienküche – gut geplant“ vom Bundesministerium für Gesundheit, Stand: 2016.

Bild: Food photo created by rawpixel.com – www.freepik.com